Ratgeber
Sturzprophylaxe im Alter:Ursachen, Massnahmen und was nach einem Sturz zählt
Stürze sind im Alter häufig, aber nicht unvermeidbar. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich das Sturzrisiko senken lässt und wie schnell Hilfe eintrifft, wenn doch etwas passiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Sturzprävention besteht aus mehreren Bausteinen: Bewegung, Wohnung, Medikamente, Sehen, Schuhe.
- Wer allein lebt, sollte zusätzlich dafür sorgen, dass ein Sturz schnell bemerkt wird.
- Schweizer Angebote wie «Sicher durch den Alltag» der Rheumaliga unterstützen Seniorinnen und Senioren zuhause.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schwindel, Unsicherheit beim Gehen oder nach einem Sturz sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Was ist Sturzprophylaxe?
Sturzprophylaxe, auch Sturzprävention genannt, umfasst alle Massnahmen, die das Sturzrisiko senken und die Folgen eines Sturzes begrenzen. Sie richtet sich an ältere Menschen, ihre Angehörigen und Pflegende.
Warum stürzen alte Menschen?
Meist wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Körperlich: nachlassende Muskelkraft, schlechteres Gleichgewicht, Schwindel, Osteoporose
- Sinne: schlechtere Sehkraft, Hörprobleme
- Medikamente: manche Medikamente können müde oder schwindlig machen, Abklärung mit der Ärztin oder dem Arzt
- Umgebung: lose Teppiche, schlechtes Licht, Stufen, nasse Böden im Bad
- Schuhe: rutschige oder offene Pantoffeln
- Psychisch: Angst vor Stürzen führt zu weniger Bewegung und damit zu weniger Kraft
Das Sturzrisiko steigt mit dem Alter. Laut CSS stürzen in der Schweiz jährlich rund 288'000 Menschen, fast alle tödlichen Stürze betreffen Personen über 65.
Massnahmen in der Wohnung
Bad
Rutschfeste Matte, Haltegriff bei Dusche und WC, Sitz in der Dusche.
Küche
Alltägliches in Griffhöhe, damit niemand auf einen Stuhl steigen muss.
Wohnraum und Flur
Teppichkanten fixieren oder entfernen, Kabel wegräumen, genug Licht, Nachtlicht für den Weg zum WC.
Treppen
Handlauf auf beiden Seiten, Stufenkanten sichtbar machen.
Gleichgewicht und Kraft trainieren
Regelmässige Bewegung ist eine der wirksamsten Massnahmen. Beispiele für Übungen, die oft empfohlen werden:
- Einbeinstand (an einer Stuhllehne festhalten)
- Gehen auf einer Linie, Fuss vor Fuss
- Tandemstand
- Aufstehen und Hinsetzen vom Stuhl ohne Hände
Wichtig: Halten Sie sich fest, üben Sie nie allein auf glattem Boden und besprechen Sie Übungen bei Unsicherheit mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.
Schweizer Angebote
Das Programm «Sicher durch den Alltag» der Rheumaliga Schweiz schickt speziell geschulte Physio- oder Ergotherapeutinnen und -therapeuten zu Hausbesuchen. In einer Luzerner Pilotstudie mit 639 Teilnehmenden gingen die Stürze zurück (ohne Kontrollgruppe, Vorher-Nachher-Vergleich). Fragen Sie bei Ihrer Hausarztpraxis oder bei Pro Senectute nach Angeboten in Ihrer Region.
Was tun nach einem Sturz?
- Ruhig bleiben, nicht sofort aufstehen, zuerst prüfen, ob etwas schmerzt.
- Wenn möglich langsam auf die Seite drehen und über die Knie aufstehen.
- Bei starken Schmerzen oder Verdacht auf einen Bruch Hilfe rufen (Notruf 144).
- Auch nach einem scheinbar harmlosen Sturz die Hausärztin oder den Hausarzt informieren.
Das Problem: Wer allein lebt und nicht mehr aufstehen kann, wartet oft lange auf Hilfe. Je schneller jemand den Sturz bemerkt, desto besser.
Hilfsmittel und Technik
- Gehhilfen regelmässig auf Verschleiss prüfen
- Notrufsysteme: Notfallknopf oder Hausnotruf, siehe Notrufsystem für Senioren
- Kontaktlose Sturzerkennung wie Assist Living: Sensoren in der Wohnung erkennen einen Sturz selbstständig und alarmieren Angehörige. Es ist nichts zu tragen. Die Technik ergänzt Prävention, sie ersetzt sie nicht.
Sturzprophylaxe in der Pflege
In Pflegeeinrichtungen gehören Sturzrisiko-Assessment, angepasste Umgebung und Dokumentation zur Routine. Technik wie Radarsensoren kann das Personal unterstützen, siehe Assist Living Pro.
Quellen
- CSS, Stürze vermeiden
- Rosenfluh, Schweizer Sturzpräventionsprogramm
- BFH, Technologie in der Langzeitpflege
Häufige Fragen
Warum stürzen alte Menschen häufiger?
Weil Kraft, Gleichgewicht und Sehvermögen nachlassen können und oft Medikamente und Umgebung hinzukommen.
Wie senke ich mein Sturzrisiko?
Mit Bewegung, einer sturzsicheren Wohnung, passenden Schuhen, regelmässigen Seh- und Arztkontrollen.
Wie funktioniert Sturzprophylaxe im Pflegeheim?
Durch Risikoeinschätzung, Anpassung der Umgebung, Bewegungsangebote und Technik, die Stürze schnell meldet.
Wer wird bei einem Sturz alarmiert, wenn ich allein lebe?
Mit einem Notrufsystem oder einer Sturzerkennung wie Assist Living gehen Alarme an hinterlegte Personen.
Kann Technik Stürze verhindern?
Sie verhindert den Sturz nicht, aber sie verkürzt die Zeit bis zur Hilfe.
Schnell Hilfe, wenn doch etwas passiert
Beratung anfragenFragen zur Sturzerkennung?
Schreiben Sie uns an info@assist-living.com oder rufen Sie an: +41 78 849 04 96.